Erik von Brandt: Bildhauer und Künstler aus Bamberg

Mein Weg beginnt 1965 in Bamberg – einer Stadt, deren steinerne Geschichte und weiche Flusslandschaften vielleicht schon früh ein Gespür für Form, Raum und Zeit bei mir hinterließen. Die Jahre in Köln, München und Berlin erweiterten meinen Horizont, ließen Kontraste wachsen: Urbanität und Stille, Dichte und Weite, Fragment und Ganzes. 1991 meine Rückkehr nach Franken – nicht als Rückzug, sondern als bewusste Verortung. Seit 1997 arbeite ich als freischaffender Bildhauer und Künstler. Mein Atelier nahe Bamberg ist Werkstatt und Denkraum, Resonanzkörper und Labor.

Erik von Brandt

Mein Weg zur Kunst

Mein künstlerischer Weg ist kein geradliniger – eher ein Geflecht aus Erfahrungen, Berührungen und Übergängen. Studien der Sozialpädagogik, Denkmalpflege und Kunstdidaktik legten ein Fundament, das über Technik hinausgeht: das Verstehen von Prozessen, von Geschichte, von menschlichen Beweggründen. Tätigkeiten in der Behindertenpflege, bei Konzert- und Theaterproduktionen oder in der Möbelrestauration schärften meinen Blick für das, was trägt und was verborgen ist – für Statik und Zerbrechlichkeit, für Oberfläche und Tiefe.

Das handwerkliche Fundament bildet meine Ausbildung zum Steinbildhauer. Der Stein lehrt Geduld, Demut und Klarheit. Er widersetzt sich und offenbart zugleich. In ihm ist Zeit sedimentiert – und im Bearbeiten wird sie gegenwärtig. Ergänzt wird dieses körperliche Arbeiten durch das Erlernen der afrikanischen Perkussion: Rhythmus als zweite Form der Skulptur. Schlag und Resonanz, Verdichtung und Pause – auch sie sind Modellierungen im Raum.

Bereits seit 1980 entstehen freie Arbeiten. Für mich ist das Gestalten kein Beiwerk, sondern ein existenzielles „Lebensmittel“. Kunst ist der Weg, innere Bilder, Erinnerungen und Empfindungen in eine sichtbare, greifbare Präsenz zu überführen. Es geht um die Krümmung im Raum – um das Spüren jener unsichtbaren Linien, die zwischen Körpern, Gedanken und Atmosphären verlaufen. Jede Skulptur ist ein Versuch, diese Essenz zu manifestieren: als Verdichtung von Energie, als eingefrorene Bewegung, als stiller Dialog zwischen Material und Mensch.

Vielfältige Werke: Skulpturen, Malereien, Plastiken, Grafiken und Installationen
  • Besonders in der Stein- und Holzbildhauerei ist der Prozess ein direktes, körperliches Geschehen: schlagen, schneiden, schleifen, reduzieren. Das Wegnehmen formt. Im Freilegen zeigt sich die Gestalt. Ich arbeite gerne subtraktiv – aus dem Block heraus –, lasse jedoch Raum für intuitive Entscheidungen. Planung und Spontaneität halten sich die Balance. Der Widerstand des Materials ist dabei kein Hindernis, sondern Mitgestalter. 
  • In der Stahlplastik tritt eine andere Qualität hinzu: Linie wird Raumzeichnung, Fläche wird Spannungsträger. Hier entsteht Form oft durch Verbindung, durch Schweißen, Fügen, Kontrastieren.
  • Grafische und malerische Arbeiten wiederum erlauben ein freieres Experimentieren mit Rhythmus, Struktur und Bewegung. Sie sind Verdichtungen von Geste und Impuls, oft unmittelbarer, manchmal fragiler – aber stets getragen vom gleichen Anliegen: Form als Träger von Schwingung.
  • Bei meinen Arbeiten zu Installationen, Assemblagen und objekthaften Kompositionen, interessieren mich Übergänge zwischen Gefundenem und Gestaltetem sowie die Bedeutung von Material und Geschichte im Raum.

La chose trouvée est déjà une œuvre d’art“ (M. Duchamp)

Stil und Technik

Vielseitigkeit ist für mich keine Zerstreuung, sondern Grundlage kreativen Denkens. Unterschiedliche Techniken erlauben unterschiedliche Zugänge. Im Wechsel der Materialien, Verfahren und Ausdrucksformen entstehen neue Verbindungen – zwischen Innen und Außen, Körper und Raum, Idee und Materie. Mein künstlerischer Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Figuration und freier Form. Er ist weder eindeutig naturalistisch noch rein abstrakt – vielmehr ein offener Übergangsraum.

Meine Arbeiten entstehen aus einem intensiven Dialog mit dem Material. Im Sinne Duchamps ist für mich Technik dabei kein Selbstzweck, sondern Mittel des Hörens und Antwortens.

 

Zur Verfügbarkeit

Neben meiner freien Kunst arbeite ich auch als Steinrestaurator und leite Gestaltungsseminare. Anregungen dazu finden Sie im Seitenmenü. Ich freue mich über Ihr Interesse und Ihre Kontaktaufnahme!

Einzelausstellungen (Auswahl)
  • 1989 – München, Eckstatt

  • 1991 – Bamberg, Galerie in der alten Metzgerei

  • 1993 – Bamberg, Torschuster, „Null-Pfeil-sechs“

  • 1995 – Kaufbeuren, Podium, Kulturhaus u. Theater

  • 1999 – Mürsbach, Pfarrhaus / Diözese Würzburg

  • 2011 – Bamberg,  „Farbwächter“ / Grafiken und Skulpturen
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
  • 1986 – Köln, „Food and Art“

  • 1993 – Bamberg, Kulturzentrum, Skulpturengarten

  • 1994 – Bamberg, Galerie für Zeitkunst, „Junge Kunst“

  • 1994 – Münchsteinach, Bildhauersymposium, „Tal der Kunst“

  • 1994 – Erlangen, Kulturbörse, Skulpturenweg

  • 1995 – Erlangen, Gerberei, Sommerfest, Skulpturenweg

  • 1997 – Nürnberg, „DokuHmenta“

  • 1999 – Bamberg, Ateliergemeinschaft mit Jürgen Gläser

  • 2000 – Bamberg, Sommerfest „zur Rampe“

  • 2001 – Giechburg, Kunstausstellung auf der Giechburg

  • 2003 – Erlangen, Gerberei, Sommerfest

  • 2006 – Bamberg, Kinderklinik, Landart

  • 2007 – Bamberg, Fuchsenwiesenfest, „Kunst und Natur“

  • 2009 – Bamberg, Fuchsenwiesenfest, „Lehmwelten“

Öffentliche Projekte und Veröffentlichungen (Auswahl)
  • 1985 – Bamberg, Performance: “Als die Bilder laufen lernten“

  • 1986 – Veröffentlichung: „Das Recht auf Phantasie u. Verrücktheit – psychopathologische und manieristische Kunst – ein Vergleich“

  • 1994 – Münchsteinach, Tal der Kunst: „Dreistamm und Eisengwörch“

  • 1994 – Veröffentlichung: „Kulturspaziergang auf Skulpturenwegen“

  • 1995 – Universität Bamberg, „Bildergegenüberstellung“

  • 1995 – Spielmobil Bamberg, „Kunstbauspass“

  • 1996 – Universität Bamberg: „Die Bedeutung der ästhetischen Erziehung“

  • 2000 – Veröffentlichung: „Einblicke in die Technik seriegrafischer Monotypie“

  • 2003 –  Bamberg, Gedenkstein für frühverstorbene Kinder mit Klinikum

  • 2003 – Gemeinde Strullendorf, Wappenrelief, Schulsporthalle

  • 2006 – Bamberg, Künstlerwerkstatt im Garten

  • 2008 – Bamberg, Stein-Aktionsstand im Sand

  • 2009 – Breitengüßbach, Wasserspiel am See

  • 2009 – Bamberg, Lebendige Steinkunst vor dem Bürgerhaus Gereuth

  • 2009 – Bamberg, Stein-Aktionsstand im Sand

  • 2019 – Scheßlitz, Kunst an der Stadtmauer mit der Johannisschule